Menü

Filminfo

Inhalt

Der korpulenten und ungebildeten Arbeiter Germain um die 50 trifft auf die feinsinnige und kultivierten Margueritte mit über 90. Das ungleiche Duo sitzt auf der Parkbank. Sie liest ihm aus Romanen vor und öffnet ihm die Tür zur Literatur - einer für ihn fremden Welt, warf er doch kurz zuvor noch den Guide Michelin und den "Guide Maupassant" (Guy de Maupassant) in einen Topf. Seine Kumpels beobachten Germains Wandlung mit Skepsis. Jean Becker ("Dialog mit meinem Gärtner") frönt in dieser sanften Komödie erneut seiner filmischen Leidenschaft, dem einfachen Leben auf dem Land und der großen Menschlichkeit "einfacher" Leute. Seine (Liebes-)Geschichte ist delikat, anrührend und mit großer Zärtlichkeit inszeniert. Mag manches ein bisschen gewollt wirken, so haben die Protagonisten das Herz am rechten Fleck, und die Kombination von Gérard Depardieu - nach "Mammuth" erneut als sympathischer Naivling - mit der 96-jährigen Gisèle Casadesus macht den nostalgisch angehauchten Film zum schauspielerischen Erlebnis.

Mehr…

Gérard Depardieu lernt in dieser sanften Komödie als ungehobelter Kerl und Fast-Analphabet durch die Begegnung mit einer alten Dame die Lust am Lesen. Jean Becker frönt erneut seiner filmischen Leidenschaft, dem einfachen Leben auf dem Land, der großen Menschlichkeit so genannter "kleiner" Leute. Nach "Dialog mit meinem Gärtner" und "Ein Sommer auf dem Land" geht er ein ernstes Thema mit sehr viel Leichtigkeit an. Die (Liebes)Geschichte zwischen dem korpulenten und ungebildeten Arbeiter Germain um die 50 und der feinsinnigen und kultivierten Margueritte mit über 90 ist delikat, anrührend und mit großer Zärtlichkeit inszeniert. Da sitzt dieser Koloss im Blaumann mit der zerbrechlichen Lady auf der Parkbank, sie liest ihm aus Romanen vor und öffnet ihm die Tür zur Literatur. Eine fremde Welt, warf er doch kurz zuvor noch den Guide Michelin und den "Guide Maupassant" (Guy de Maupassant kannte er nicht) in einen Topf. Während seine Kumpel im Bistro irritiert seine Wandlung vom Einfaltspinsel zum Wortakrobaten verfolgen, lernt der erwachsene Mann, der ohne Liebe aufwuchs, wie schön es ist, herzliche Zuneigung und Hilfe zu bekommen und zu geben. In der Verfilmung von Marie-Sabine Rogers Roman setzt Becker auf bewährte Werte, auf Naivität und Unschuld, auf Einfachheit, auch wenn die manchmal sehr gewollt und gekünstelt daher kommt, vor allem bei den Buddys an der Bar. Aber die Protagonisten haben das Herz am rechten Fleck und die Kombination von Depardieu mit der 96-jährigen Gisèle Casadesus (seit ihrem ersten Film "Die Ausgebufften" von 1934 eine feste Größe im französischen Film), die durch Vorlesen seine Vorstellungskraft weckt, macht den nostalgisch angehauchten Film zum schauspielerischen Erlebnis. Die Wiederholungen in der ersten Hälfte vergisst man gerne, wenn die Begegnungen zwischen Germain und Margueritte und Germain und seiner jüngeren Freundin im Verlauf der Handlung an Gefühlsintensität gewinnen. Und wenn am Ende der gutmütige Außenseiter und Vater in spe die alte Dame aus dem Altersheim entführt, wird "Das Labyrinth der Wörter" zum sympathischen Feelgood-Movie. mk.

Quelle: Blickpunkt:Film

Weniger…

Vorführung in:  Land: FSK: Filmlänge: Genre:
2D Frankreich 2010 ab 6 Jahren  ca. 82Min Drama / Komödie