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Gelungene Komödie des Teams des Arthouse-Hits "Das Leben ist nichts für Feiglinge", das Anleihen bei "Einer flog übers Kuckucksnest" nimmt. Regisseur André Erkau, Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring, Drehbuchautor Gernot Gricksch, Produzent Michael Eckelt und Kameramann Ngo The Chau erzählen eine Fish-out-of-Water-Komödie als gebührend ernste, aber augenzwinkernde Charakterstudie eines 40-jährigen Chaoten. Sie liefern komische und kuriose Szenen samt einem filmisch virtuosen Moment bevor sie den Film bewegend auflösen.

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Immer wieder kann man gar nicht anders, als an "Einer flog übers Kuckucksnest" zu denken. Zu offenkundig sind Parallelen bei der Prämisse, bei der Personenkonstellation, bei der Hauptfigur. Entscheidend ist in diesem Fall aber, was an dem neuen Film von André Erkau anders ist als bei Milos Formans legendärem Anti-Establishment-Meisterwerk. Der Feind des vermeintlich so unangepassten Helden ist hier nämlich nicht ein unmenschliches System, sondern er selbst: Er selbst ist es, der sich und seiner Selbstverwirklichung im Weg steht. Weshalb Erkau und seine bewährten Mitstreiter des überraschend erfolgreichen und nachhaltigen Arthouse-Hits "Das Leben ist nichts für Feiglinge" - Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring (aktuell im Kino auch in "Lommbock" zu sehen), Drehbuchautor Gernot Gricksch, Produzent Michael Eckelt, Kameramann Ngo The Chau - ihren Stoff auch als Fish-out-of-Water-Komödie erzählen können, als gebührend ernste, aber augenzwinkernde Charakterstudie eines 40-jährigen Chaoten, dem es gelungen ist, zahllose Überlebensstrategien zu entwickeln, um nicht erwachsen werden zu müssen und um Himmels Willens niemals Verantwortung zu übernehmen. Fussel, so nennt sich Alt-Punk Andreas Proschka immer noch, schummelt sich durchs Leben in seinem Kiez in Hamburg, was der Film mit einer furiosen Plansequenz gleich zu Beginn des Films etabliert. Bis ihn nicht einmal mehr die heimlich in ihn verliebte Dame von der Behörde decken kann: Um nicht aufzufliegen, schickt sie Fussel in ein Sanatorium für Burnout-Kranke, wo der vermeintlich tiefenentspannteste Mann der westlichen Welt urplötzlich auf Menschen trifft, die an ihrer Existenz verzweifeln. Daraus entwickeln sich komische und kuriose Szenen und auch ein filmisch virtuoser Moment, wenn sich alle diese Fremdkörper beim Spiel in aufblasbaren Bällen auf einmal näher kommen, als ihnen lieb ist. Vor allem aber kann die Hauptfigur in diesem Umfeld ihre egozentrische Weltsicht nicht mehr aufrecht erhalten: Fussel kann einfach nicht anders, als vom Schicksal der anderen berührt zu werden. Worauf etwas in ihm freigesetzt wird, was den Film dramaturgisch in eine völlig neue Richtung katapultiert: Wenn schließlich Tränen fließen, so ist das ehrlich verdient. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Vorführung in:  Land: FSK: Filmlänge: Genre:
2D Deutschland 2017 ab 6 Jahre ca. 102 Min Komödie